Wasserverband Weddel-Lehre Erneuerung des Belüftungssystems auf der Kläranlage Süpplingenburg

Die Kläranlage Süpplingenburg verfügte in 2014 noch über eine Oberflächenbelüftungsanlage (Kreiselbelüfter). Die mangelhafte Effektivität dieser Anlage hinsichtlich Sauerstoffeintrag und Energieeffizienz wurde durch eine Sauerstoffeintragsmessung überprüft und nachgewiesen. Das nahm der Wasserverband zum Anlass, den Bereich der biologischen Reinigungsstufe an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen. Die Maßnahmen umfassten die Umstellung der Belüftungseinrichtung im Belebungsbecken hin zu einer nachhaltigen Druckbelüftung inklusive neuer Optec-Biologieregelung.

Verbesserter Sauerstoffeintrag durch Druckbelüftung
Im ersten Bauabschnitt wurde die Umrüstung des Belebungsbeckens 1b realisiert. Das Becken wurde bis zum Frühjahr 2016 von einer Oberflächenbelüftung auf eine effiziente feinblasige Druckbelüftung umgerüstet. Der Sauerstoffeintrag erfolgt über Streifenbelüfter, deren besonderer Vorteil darin besteht, dass die Belegung direkt auf dem Boden erfolgen kann. Dadurch entsteht eine größere Einblastiefe, und im Zusammenwirken mit sehr kleinen Luftblasen, ein hoher Sauerstoffeintrag.

Reduktion der Ammoniumwerte
Zusätzlich wurde die Kläranlage mit einer neuen Optec-Biologieregelung ausgerüstet, die mit der Möglichkeit versehen wurde, optional zwischen den für die Belüftungsregelung benötigten Leitparametern „Ammonium“ und „Nitrat“ umschalten zu können. Diese Umrüstungen haben neben der höheren Energieeffizienz einen entscheidenden verfahrenstechnischen Vorteil bei der weitergehenden Abwasserreinigung. Durch die neu eingebaute Technologie erfolgt die Luftverteilung über eine große Oberfläche, wodurch sie von den Bakterien besser verwertet wird. Diese Optimierung führt zu einer stabileren Nitrifikationsleistung und damit einhergehend stabil niedrigen Ammoniumwerten im Ablauf der Kläranlage.

Energieeinsparung durch kontinuierliche Optimierung
Das Belüftungssystem wird seit der Inbetriebnahme im Mai 2016 fortlaufend optimiert, um künftig weitere Einsparungen zu generieren. Bereits 2016 wurde der Strombedarf um 27 Prozent reduziert und führte zu einer Emissionsminderung von 107,5 Tonnen CO2. Zusätzlich konnte durch die genauere Regelbarkeit der Prozessparameter bei der Nitrifikation beziehungsweise Denitrifikation die Wasserqualität des Ablaufs deutlich verbessert werden.

 

Lessons Learned
Die Abwicklung läuft reibungsloser, wenn alle Beteiligten über den Sachstand informiert sind und dadurch auch Gelegenheit haben, sich mit einzubringen. Im Prozess selbst spielt die Zusammenarbeit und regelmäßige Rücksprache mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Fremdfirmen eine erhebliche Rolle.