Gemeinde Schwülper Energieeffizienter Neubau Kinderkrippe Eichenkamp in Groß Schwülper

Ziel der durchgeführten Baumaßnahmen der Gemeinde Schwülper war es, für die vorhandene Bausubstanz der Kinderkrippe Eichenkamp eine langfristige Tagesstättennutzung zu ermöglichen sowie ein optimales Lernklima mit geringen Energie- und Folgekosten zu schaffen. Die Nachhaltigkeit des Gesamtprojektes stand bei der Planung im Fokus. Hierbei wurden vor allem die Lebensdauer der verwendeten Komponenten und die Bauweise während der Sanierungsmaßnahmen berücksichtigt. Das Maßnahmenpaket der Kinderkrippe Eichenkamp beinhaltete die Installation einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, einer Wärmepumpe mit Erdsonden und einer Photovoltaikanlage. Das Projekt wurde unter Verwendung regenerativer Energien und mit dem Fokus auf inklusives Bauen umgesetzt.

Kalksandstein-Mauerwerk und Stahlbetonflachdach
Durch die massive Bauweise des Neubaus mit Kalksandstein-Mauerwerk und einem Stahlbetonflachdach konnte die Fassade mit Lärchenholzleisten gedeckt werden. Die Konstruktion der Fenster und Glasfassade aus Leichtmetall unterstützt zudem das Konzept der Wärmedämmung.

 

Lessons Learned

Energieeffiziente Projekte (Photovoltaik, Wärmepumpe mit Tiefenbohrung, Lüftung mit Wärmerückgewinnung, LED- Beleuchtung) werden künftig vorrangig umgesetzt. Zum Beispiel wird nach diesem Konzept die Erweiterung der Kindertagesstätte in Walle mit energetischer Sanierung der Bestandsobjekte erfolgen. Bei einem solchen Projekt ist es wichtig, den Betriebsträger der Kindereinrichtung sowie die Planer und den Gemeinderat bei allen Planungsschritten zu beteiligen. Durch einen guten Informationsaustausch mithilfe regelmäßiger Besprechungen konnte Verbundenheit zum Projekt und dem Gebäude sowie zwischen den Beteiligten geschaffen werden.

 

Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung als nachhaltiges Belüftungssystem
Die eingebaute Fußbodenheizung ermöglicht eine effiziente Einzelraumregelung und kühlt im Sommer mithilfe der Erdtemperatur. Durch die Nutzung der Erdwärme/Erdkälte wird der Energieverbrauch reduziert. Zusätzlich werden durch den Verzicht auf eine Heizungsanlage mit fossilen Energieträgern die CO2-Emissionen verringert. Der Primärenergiebedarf konnte durch die Energieeinsparung
mithilfe der Wärmerückgewinnung deutlich verringert werden.

Wärmepumpe mit Erdsonden zur Stromerzeugung
Die Wärmebereitstellung findet durch die Nutzung der Erdwärme über eine Wärmepumpe statt, die durch Tiefenbohrungen mit Erdsonden umgesetzt wurde. Die Stromversorgung erfolgt durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Die Erdwärme-Sondeneinbindung unterstützt im Sommer eine Zuluftkühlung des Gebäudes. Da die installierte Wärmepumpe mit Erdsonden direkt Wärme aus dem Boden entnimmt und die Energie der Solaranlage nutzt, ist für den Betrieb kein zusätzlicher Strombedarf erforderlich.

Solarenergie nutzen spart Ressourcen, Geld und vermeidet CO2
Die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf einem begrünten Flachdach und die Kombination mit einer PV-Ready-Wärmepumpe sorgt dafür, dass nachhaltig und systemintelligent gearbeitet wird. Durch eine 30 Zentimeter dicke Wärmedämmung auf dem Flachdach, die traditionellen Kalksandsteinaußenwänden mit einer Dämmschicht von 16 Zentimetern gegenüberstehen, kommt es zu einer Stromersparnis und gleichzeitig Verringerung des benötigten Energiebedarfs. Eine tageslichtgesteuerte LED-Beleuchtung unterstützt zusätzlich einen nachhaltigeren Energieverbrauch.