Pressemitteilung: Drei Gewinner beim „Wettbewerb Ressourceneffizienz für die Region“ prämiert

Ausgezeichnet für besonders effizienten Umgang mit Ressourcen (v.l.): Martin Etscheid, Leiter Hoch- und Tiefbau des Landkreises Goslar, Heinz Bock, Leiter Gebäudemanagement des Landkreises Goslar, Regine Körner, erste Kreisrätin des Landkreises Goslar, Klaus-Dieter Sievers, Geschäftsführer der Dr. Graband und Partner GmbH und Henrik Rueß, Geschäftsführer der Ruess GmbH. Außerdem im Bild (v.l.): Thomas Krause, Vorsitzender des Vorstandes der Regionalen Energieagentur e.V., Juryvorsitzender Prof. Dr. Martin Faulstich, Manuela Hahn, stellv. Vorsitzende der Regionalen Energieagentur e.V., Dr. Gabriele Heinen-Kljajić, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur sowie Ostfalia-Präsidentin Prof. Dr. Rosemarie Karger und TU-Präsident Prof. Dr. Jürgen Hesselbach Foto: Allianz für die Region GmbH/ Susanne Hübner

Braunschweig, 3. März 2016. Der Landkreis Goslar und die Wolfsburger Industriewäscherei Ruess GmbH sind heute für ihren besonders schonenden Umgang mit Ressourcen ausgezeichnet worden. Die Wäscherei überzeugte, weil sie jährlich etwa 15 Tausend Kubikmeter Wasser, 54 Tonnen Waschmittel und erhebliche Mengen CO2 einsparen konnte. Der Landkreis Goslar sparte bei der Sanierung des Schulzentrums Langelsheim nicht nur Energie sondern auch Kosten und berücksichtigte den demografischen Wandel. Ein Sonderpreis ging an das Unternehmen Dr. Graband und Partner GmbH aus Braunschweig, das bei der
umfassenden Gebäudesanierung vorhandenes Baumaterial wiederverwendete, LED Beleuchtung flächendeckend installierte und Wärmepumpen mit Tiefenwärmesonden nutzt. Insgesamt wurden zwölf Beiträge von Kommunen, kleinen und mittelständischen Unternehmen und kommunalen Unternehmen eingereicht.

„Alle Vorhaben zeigen, dass Forschungsergebnisse ihre volle gesellschaftliche Wirkung dann entfalten, wenn sie in der Praxis umgesetzt werden und sich in vielen Lebens- und Wirtschaftsbereichen durchsetzen“, sagt Gabriele Heinen-Kljajić,
Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur und Schirmherrin des Wettbewerbs.

Die Projekte seien beispielhaft und sollen als „Mutmacher“ für andere dienen, sich für eine nachhaltige Ressourcennutzung zu engagieren. Für die Jury aus Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung sei die Wahl der besten Einreichungen keine leichte Aufgabe gewesen. „Alle zwölf Beiträge greifen die aktuellen und zukunftsträchtigen Themen Nachhaltigkeit, Ressourcenknappheit und regenerative Energien auf. Jeder hat dabei für sich die Chance genutzt, mit zeitgemäßen Konzepten ökologische und ökonomische Ziele in Einklang zu bringen“, lobt der Juryvorsitzende Prof. Dr. Martin Faulstich das Engagement der Teilnehmer. Eingereicht wurden ressourceneffiziente und energiesparende Maßnahmen, die regionale Unternehmen und Kommunen in den vergangenen fünf Jahren umgesetzt haben. Seit diesem Jahr wird der Wettbewerb von der Regionalen Energieagentur   e. V. (REA) durchgeführt. Initiatoren des Vereins mit aktuell 31 Mitgliedern aus Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft der Region sind die Allianz für die Region GmbH und derZweckverband Großraum Braunschweig. Thomas Krause, Vorsitzender des Vorstands der REA, freut sich, dass die regionalen Hochschulen das Thema Ressourceneffizienz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstehen und den Wettbewerb durch die Schirmherrschaft und die wissenschaftliche Expertise eng begleiten.

Prof. Dr. Jürgen Hesselbach, Präsident der Technischen Universität (TU) Braunschweig und Schirmherr des Wettbewerbs spricht über die Vision 2050 für den Campus der TU. „Effizienz und Nachhaltigkeit können nur erreicht werden, wenn man Energie, Material und auch das Personal im Rahmen wertschöpfender Prozesse gemeinsam betrachtet“, betont er.
Prof. Dr. Rosemarie Karger, Präsidentin der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und Schirmherrin ergänzt: „Der Wettbewerb trägt dazu bei, dass Ressourceneffizienz in der Öffentlichkeit an Aufmerksamkeit gewinnt. Die Vorbildprojekte zeigen, wie sinnvoll und zielführend Kooperationen regionaler Partner sind und dass der Forschungsbereich den Transfer in eine zukunftsweisende Anwendung vollzieht“. Der Wettbewerb Ressourceneffizienz für die Region wird von der Wolfsburg AG unterstützt.

Die Preisträger 2016
Die Wolfsburger Industriewäscherei Ruess GmbH, in deren Branche traditionell viel Energie benötigt wird, erzielte große Einsparungen, weil sie Wasch- und Spülwasser mehrfach verwendet. So wird beispielsweise das Pressenwasser der Weißwäsche gefiltert und für das Vorspülen anderer Textilien eingesetzt. Damit verringert sich der Wasserverbrauch und es wird weniger Energie benötigt, um das Wasser aufzuheizen. Der Einsatz von Sparventilen und Wärmetauschern bringt zusätzliches Sparpotenzial.

Ressourcenschonend ist zudem die Umstellung des Waschverfahrens von Waschpulver auf flüssige Einzelkomponenten. Der Landkreis Goslar zielte mit der grundlegenden Sanierung des Schulzentrums Langelsheim nicht nur auf den effizienten Umgang mit Ressourcen sondern berücksichtigte auch den demografischen Wandel. Durch die zu erwartenden rückläufigen Schülerzahlen
wurden Teile der bestehenden Einrichtung zurückgebaut und energetisch saniert. Im Gegensatz zu einem Neubau in derselben Größenordnung konnten so Sanierungskosten gespart werden. Weitere Maßnahmen, die den Verbrauch von Material und Energie gesenkt haben, sind eine umfangreiche Dämmung und dreifache Isolierverglasung sowie der Einbau zusätzlicher Dachfenster zur Nutzung von Tageslicht. Eine moderne Heizungsanlage mit Holzpellets sowie Erdgas überzeugte die Jury außerdem. Das Braunschweiger Unternehmen Dr. Graband und Partner GmbH hat den Sonderpreis der Jury erhalten. Ausschlaggebend waren zahlreiche Recycling-Maßnahmen des Unternehmens, die im Rahmen einer umfassenden Gebäudesanierung erfolgten. Recycelbare Stoffe und bei Abbruch anfallende Steine sind teilweise wieder verbaut oder zur Wiederaufbereitung verkauft worden. Für den Bau des Efeuweges wurden Teile des Bauschutts als Schotter verwendet. Dadurch betrug die Materialeinsparung an Steinen und Ziegeln circa 72 Prozent. Nicht mehr benötigte und gereinigte unterirdische Heizöltanks dienen zukünftig als Brauchwasserspeicher der Regenwassernutzungsanlage. Die Abwärme der Serverkühlung wird in das Heizsystem eingespeist und die automatische  Belüftungsanlage funktioniert mit Wärmerückgewinnung.

Übersicht über die eingereichten Beiträge
- Energetische und bauliche Sanierung eines Bestandsgebäudes Baujahr 1970      (Dr. GRABAND UND PARTNER GmbH)
- Bau eines Rechenzentrums mit Kaltgangeinhausung und stufenlos einstellbarer
Außen-/ Umluftkühlung (Gärtner Datensysteme GmbH & Co. KG)
- Kommunales Förderprogramm: isi Klimaschutz (Gemeinde Isenbüttel)
- Neubau barrierearmes Wohngebäude "Alte Gärtnerei" (Gemeinnützige
Wohnstätten e.G. Wolfenbüttel)
- Holzhackschnitzelheizung für das Straßenverkehrsamt (Landkreis Peine)
- Rückbau und Sanierung des Schulzentrums in Langelsheim (Landkreis Goslar)
- Ressourceneinsparung in einer Industriewäscherei (RUESS GmbH)
- Kinderparadies Dungelbeck: Erweiterungsneubau Krippe und energetische
Sanierung Altbau (Stadt Peine)
- Ganzheitliche Sanierung Scharoun Theater Wolfsburg (Stadt Wolfsburg)
- Blockheizkraftwerk (St. Elisabeth Krankenhaus Salzgitter)
- Durchführung von drei verschiedenen Maßnahmen zur Verringerung des
- Strombedarfs (R. Sindermann Präzision GmbH)
- Modernisierung der Druckluftanlage (Wilhelm Ewe GmbH & Co. KG)